Eine Maus im Haus, oh Graus!

Eigentlich wollte ich diesmal von unserem Hund berichten, allerdings nicht, weil ich auf den Hund gekommen bin, sondern weil ich einen tollen Bericht im ZDF gesehen habe: Terra X am Sonntag, 27. Mai um 19.30 Uhr. Schaut mal nach, ob Ihr noch etwas im Netz darüber lesen könnt.

Doch nun finde ich die Geschichte unserer Nachbarin ganz gruselig und da sie mir – Thank Heavens – nicht selbst passiert ist, auch obendrein noch sehr komisch.

Wir beide sind sehr tierlieb. Bei mir schließe ich allerdings die Mäuse aus. Ich finde sie schrecklich. Meine Nachbarin geht da ganz cool ran. Sie lässt sie laufen. Wenn es zu viele sind, die sich da einen Tratsch miteinander erlauben, stellt sie ein paar Lebend-Fallen auf, fängt sie und trägt sie liebevoll in den Wald. Ich glaube, den Mäusen geht es bei ihr so gut, dass sie schleunigst aus dem dunklen Wald zurückkehren, um ihr wieder ein bisschen Chaos und Unterhaltung zu verschaffen.

Wir füttern beide die Vögel. Dazu hat man in den Medien aufgerufen, weil in diesem Jahr durch Wetterkapriolen, wie jeder weiß, das Futter unserer Pieper sehr knapp geworden ist. Was die Vögel beim Picken runter schmeißen holen sich die Mäuse. Leider, leider! Ich hatte lange Ruhe vor ihnen, bis eines Tages sich die erste Maus auf unsere Veranda verirrte. Ich opferte das nächstbeste Buch, das ich in den Händen hielt und warf es ihr hinterher. Es schepperte ziemlich laut, weil das Buch gegen einen Metalleimer knallte und vermutlich die Maus mit Gehirnerschütterung torkelnd abzog und nicht wieder kam.

Doch lag ich nun öfter auf der Lauer und ermutigte unseren Hund, die Mäuse zu suchen, um sie zu vertreiben. Ich will keine toten Mäuse im Garten haben. Es reicht, wenn unser Hund ihnen sagt, wo die Pfote ist. Ich räume jeden Abend das Vogelfutter weg und kehre Tisch und Boden sauber. Keiner Maus gönne ich, dass sie mich auslacht.

Unsere Nachbarin ist inzwischen endlich auch genervt, weil die Mäusefamilie wächst und wächst und keine mehr Respekt oder Dankbarkeit zeigt. Sie knabbern die dicksten Plastikdeckel an in der Hoffnung, darunter irgendwelche Leckereien zu finden wie z. Beispiel Sonnenblumenkerne. Das fressen leider nicht nur die Vögel so gerne.

Nun packt unsere Lady resolut alle Herrlichkeiten in die Wohnung, verschnürt und verpackt das Futter und denkt sich ärgerlich: „Das habt Ihr nun davon!“

Das finden die Mäuse ziemlich gemein und eine von ihnen schleicht sich hinter ihr her und findet just den Eimer mit besagtem Deckel, knabbert weiter daran, bis sie gemütlich einsteigen kann und freut sich ihres Lebens.

Unsere Nachbarin hat all das entdeckt und sucht nun die dazugehörige Maus unter dem Sofa, leuchtet ächzend mit ihrem kranken Rücken die ganze Kabellandschaft darunter ab und findet keine Maus mehr. „Na,“ denkt sie, „die hat sicher einen Schlag bekommen beim Anknabbern irgendwelcher Stromleitungen, und ich werde bald sehen, welche Maschine nicht mehr geht oder leuchtet.“ Dann legt sie sich erschöpft aufs Sofa und macht ihren Mittagsschlaf. Später sieht sie auch die angeknabberte Tapete an der Innenwand zum Garten, dass die Maus durchaus noch immer aus der Wohnung wollte und nicht konnte. Das heißt auch, dass sie vielleicht doch noch irgendwo steckt. Lebendig!

Aber wie das Leben so spielt, setzt sich unsere Nachbarin völlig erschöpft wieder auf das Sofa, um die Kissen neu aufzuplüstern und entdeckt zwar nicht die Maus, aber das ganze Vorratslager hinter den Kissen. „Da habe ich wohl zusammen mit der Maus meinen Mittagsschlaf gehalten, oh nein! Jetzt reichts!“ Uh, kein schönes Kuschelbild!

Nun verlässt auch sie das gute Herz für Tiere und sie schreitet zur Tat. „Also Schlafgenossen kann ich mir bessere vorstelle trotz meiner 80 Jahre,“ grummelt sie und stellt nun wieder ihre liebevollen Lebend-Fallen auf und siehe da, sehr bald schnappt die Falle zu und die Maus sitzt gefangen in der kleinen Knastzelle.

Was nun mit der Maus passieren wird, weiß ich nicht. Jedenfalls sitzt unsere Nachbarin seit Stunden vor der Falle und ich frage mich: „Was wird siegen? Ihr Herz oder ihr Verstand. Ich wage sie nicht zu fragen…“

Kommentare (Facebook)