Wie Elisabeth es trotzdem geschafft hat, mit dem Rauchen aufzuhören

Seit Monaten lag Elisabeth abends im Bett und dachte darüber nach, wie sie es endlich schaffen könnte, die letzte Zigarette zu rauchen, um dann für immer ihren inneren Schweinehund zu besiegen.

Jeden Tag stellte sie sich vor, wie sie lässig durch den Garten gehen würde, um Blumen zu pflücken, an den Büschen rum zu schnipseln, ohne diesen verdammten Glimstengel zwischen den Lippen oder Händen zu halten. Alle Freunde hatten es fast geschafft. Die meisten mit Hilfe eines Arztes oder einem geheimnisvollen Buch, welches genaue Vorschriften machte, wie man dieses Laster besiegen könne.

Doch diese verdammten Vorschriften hasste sie genauso wie den Arzt, der ihr nach endloser Predigt, wie schädlich der Glimstengel sei, Tropfen und Tabletten geben wollte, um sie zu befreien von diesem Sucht.

Es muss doch allein zu schaffen sein!

Allerdings hatte sie von einem Arzt gehört, der Nadeln setzte, die helfen sollten stark zu bleiben beim Kampf gegen die Zigarette. Wie die Nadeln funktionierten? Keine Ahnung hatte sie, doch die Gewissheit, dass ihr von jenem Wunderdoktor keine Tropfen verordnet werden würden und auch die Ratschläge ausgesperrt bleiben sollten, lockte sie die Einfachheit der kleinen Behandlung.

Also machte sie einen Termin, ging in die Praxis, wo der nette Doktor ihr eine Nadel in jedes Ohr rammte und sodann verschwand sie auf Nimmerwiedersehen. „Ich werde nie wieder rauchen“, schwor sie sich. Immer hatte sie gedacht, dass die Zigarette frei und cool mache. In Wirklichkeit aber war sie Gefangene ihrer eigenen Begierde. Es hatte nur lange gedauert, ehe sie das bemerkte.

Der Tag ging langsam und quälend zur Neige und sie war total erschossen von ihrer Disziplin, nicht geraucht zu haben. Sie hatte, wann immer das Bedürfnis zu rauchen über sie kam, statt dessen ein Glas Wasser in sich hinein gekippt und rannte demzufolge alle Nase lang zum Klo .Erschöpft stieg sie am Abend ins Bett, viel früher als sonst und ihr Ehemann war völlig irritiert und fürchtete, seine Frau würde krank werden. Elisabeth ohne Zigaretten – er kam nicht auf den Gedanken, dass seine Frau schon lange diesen inneren Kampf kämpfte, doch nicht darüber reden wollte, aus Angst, nicht durchhalten zu können.

Elisabeths Ehrgeiz war groß es zu schaffen, zumal sie ja doch die Hilfe der zwei scheußlichen Nadeln in Anspruch genommen hatte. Die Nadeln schmerzten oft ziemlich stark, erinnerten sie aber ständig daran durchzuhalten.

Nach ungefähr 14 Tagen hatte sie ein gutes Gefühl über den schlimmsten Punkt hinweggekommen zu sein.

„Wer hat Ihnen denn diese Nadeln ins Ohr gejagt,“ fragte der Hautarzt, als Elisabeth die Schmerzen kaum noch ertragen konnte. Verlegen erzählte sie ihm, dass sie von diesem Wunderarzt gehört habe und zu ihm gegangen sei, weil sie unbedingt die Sucht überwinden wollte. Und die Nadeln hätten ihr noch mehr Sicherheit zum Gelingen gegeben.

Der Arzt lächelte und meinte: „Sie können stolz sein, dass Sie es trotz der Nadeln geschafft haben. Die saßen nämlich an einer völlig falschen Stelle.“ Dann desinfizierte er die wunden Stellen im Ohr und entließ sie in einen wunderbaren Nachmittag.

Elisabeth konnte es nicht fassen. Sie hatte es allein geschafft. Was Glaube doch alles bewirken kann.

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