Die Puppe

Monika stand am Straßenrand und sah, wie das Auto ihrer Eltern langsam verschwand.

Es war das erste mal, dass sie allein für eine Woche Ferien machen durfte. Sie hatte sich das sehr gewünscht, aber gleichzeitig doch gefürchtet, dass sie das nicht aushalten würde. Ganz allein mit vielen fremden Kindern.

Auch ihre Eltern fuhren davon und waren nicht sehr glücklich, weil sie wussten, wie sehr Monika an ihnen hing. Monikas Bruder dagegen fand es ziemlich öde, dass er nicht auch so ein Klasse Abenteuer erleben würde. Nicht so super mit den Eltern allein zu Hause zu hocken.“ Alle Freunde sind schon in den Ferien. Ich bin 6 Jahre alt. Da sollte man mir so eine kleine Abwechslung schon gönnen. Bescheuert!“

Monika drückte ihre Puppe an sich und marschierte tief durchatmend durch den Garten des Kinderheimes und wurde sehr lieb von einer jungen Frau empfangen, die sie sogleich in ihr Zimmer führte. Das musste sie nun für 6 Tage mit 4 Mädchen teilen. Abenteuer oder totale Katastrophe?

Wie würde es wohl werden?

Die Woche war um. Die Eltern hatten einige schöne Ausflüge mit ihrem Sohn gemacht. Aber alle dachten die ganze Woche immerzu an Monika. Wenn es Ihr gefallen würde, wäre es sicher eine schöne Erinnerung und vielleicht Wiederholung möglich?! Und wenn nicht?

Die Eltern standen schon früh am Eingang zum Kinderheim. Alles war noch still. in einer halben Stunde sollten die Kleinen rauskommen. Auch Jens, Monikas Bruder, war schon ziemlich gespannt.

Und dann ging die Türe auf und alle Kinder strömten laut lachend aus der Tür. Monika war eine der letzten und schaute sehr unglücklich drein.

„Oh , Gott,“ dachten die Eltern. „Das war wohl eine Niete!“ Monika sah ihre Eltern und ging langsam auf sie zu, drückte sich an Mamas Jacke und schluchzte ein bisschen.

„Ach, Monika, was ist denn? War es so schrecklich?“ Monika nickte und sagte nur:“Jetzt ist es schrecklich. Ich muss sie alle verlassen. das ist doch schrecklich!“

„Wo ist denn Deine Puppe?“

„Ach die, die hat Silke. Stell Dir vor, sie hat noch nie eine Puppe gehabt. Da habe ich ihr meine geschenkt.“

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